AN-GE-DACHT

Die Farben der Freiheit

Martin Luther war ein sehr kreativer Mensch. Neben seinen Büchern, Ideen und Liedern hat er uns etwas vermacht, dass unseren persönlichen Glauben stärken kann: sein Familienwappen, das er selbst entworfen hat und seinen Glauben uns seine Theologie zum Ausdruck bringt. Heute würde man sagen: Ein sehr ausdrucksstarkes Logo. Was hat er sich dabei gedacht ?

Im Zentrum der Lutherrose sehen wir ein schwarzes Kreuz.

Als Modeschmuck kennen wir das Kreuz – in Silber und Gold, aus Platin und mit Edelsteinen besetzt. Und selbst die Kirche hat das Kreuz zum Schmuckstück erhoben. Im Barock konnten Kreuze nicht wertvoll genug sein. Goldleuchtend mit Rubinen und Edelsteinen schmücken sie die Hochaltäre und zeigen von Macht und Reichtum. Aber das Kreuz steht nicht für Macht, liebe Leser. Es ist das Zeichen des Todes. Es ist ein Folter und Tötungswerkzeug wie eine Pistole oder ein Elektrischer Stuhl. Das schwarze Kreuz erinnert an den Tod wie ein Kreuz am Straßenrand. Das Kreuz ist das Zeichen der Trauer und Ohnmacht. Jesus starb am Kreuz, hingerichtet als ein Verbrecher. Doch er trug dabei das Leid und die Schuld der Menschheit.

In seiner Ohnmacht zeigt der Hingerichtete seine Macht, die Macht Schuld zu vergeben und den Tod zu besiegen. Das schwarze Kreuz erinnert mich daran, dass ich mich nicht selbst erlösen kann, dass ich den brauche, der für mich am Kreuz starb, damit ich lebe.

So zeigt das Kreuz im Herz: Luthers Herz schlug für den Glauben an Jesus Christus. Das Herz ist rot. Das Kreuz schenkt dem Herren Leben und Liebe. Die Liebe ist Ausdruck des Glaubens. Jesus Christus liebt uns so wie wir sind, mit unseren Stärken und auch mit unseren Schwächen. Nichts und niemand kann uns von Gottes Liebe trennen. Für die Kirche steht die rote Farbe nicht nur für die Liebe, sondern auch für den Heiligen Geist, der uns die nötige Kraft zur Liebe schenkt.

Das Ganze ist eingebettet in eine weiße Rose. Anders als die rote Rose, die sich Menschen schenken, wenn sie ihre Liebe ausdrücken wollen, steht die weiße Rose für die Freude am Leben und für einen guten und gesegneten Aufbruch in Neues. Weiß ist die Rose. Weiß ist die Farbe der Freude, des Friedens, der Unschuld und des Lichts In der Farbe Weiß sind alle anderen Farben des Lichts gebündelt und aufgehoben. In der Kirche steht die weiße Farbe auch für Jesus Christus, dem Licht Licht der Welt.

Die grünen Blätter kamen erst später zur Lutherrose dazu. Macht nichts. Passen sie doch von Anfang an dazu. Grün steht für die Hoffnung. Grün für das Leben. Aus dem Kreuz wird durch die Liebe ein Lebensbaum, der treibt und Knospen schenkt, der blüht und Fürchte bringt. Grün ist die Hoffnung.

Der Glaube an den gnädigen Gott und sein Liebe in Jesus Christus schenkt Marin Luther die Hoffnung auf eine positive Veränderung der erstarrten Kirche.

Die Hoffnung, seine Kirche zu reformieren gab er nicht auf. Auch heute haben wir die Aufgabe, für das Leben, für die Liebe, für den Glauben einzutreten und gegen Ängste, gegen Krieg und Gleichgültigkeit, gegen Hass und Unfrieden zu protestieren.

Eingebettet ist die Rose im Blau des Himmels als Zeichen für die Gegenwart Gottes. Wer sich vom Weltall her der Erde nähert, den beeindruckt der blaue Planet. 70 % der Erdoberfläche besteht aus Wasser. Blau ist der Himmel an schönen Sommertagen und im kalten Winter. Und wenn der Himmel blau ist, geht es uns gut. Unsere Laune ist locker und fröhlich. Wir sind zu Liebe bereit und offen, uns zu verschenken.

Schließlich ist das Wappen umrandet von einem goldenen Ring. Das Gold: wertvoll, kostbar und teuer. Und als Ring Zeichen für die Liebe von Paaren, die sich aneinander binden. So bindet sich Gott an uns Menschen.

Er ist treu. Er bleibt. Und bleibt bis in die Ewigkeit. Weil die Worte und die Güte Gottes ewig sind, wird alles von einem goldenen Ring umschlossen. Denn ein Ring hat, ebenso wie die Liebe Gottes, keinen Anfang und kein Ende. Gottes Liebe bleibt in Ewigkeit.

Für Ihr persönliches Leben wünsche ich Ihnen die Kraft und die befreienden Farben der Lutherrose !

Ihr Pastor Volker Höppner