10 Jahre "Kraftwerk auf dem Kirchendach"
Auf 220 Quadratmeter Dachfläche der Hagenower Stadtkirche liegen 255 Solarmodule einer Photovoltaik- Anlage und erzeugen Elektroenergie mit einer Leistung bis zu 28 Kilowatt pro Stunde. Sie wurde am 4. Dezember des Jahres 2001 in Betrieb genommen und hat seitdem mehr als 222.200 Kilowattstunden Ökostrom in das Netz der Stadtwerke Hagenow eingespeist.
Am Sonntag, den 4. Dezember 2011 (2. Advent) ist die Anlage zehn Jahre in Betrieb und die Kirchgemeinde feiert dieses Jubiläum. Begonnen wird um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst, in dem der rumänische Gastvikar Oliver Fejér predigt. Nach dem Gottesdienst lädt der Kirchgemeinderat zu einer Turmbesteigung und zur Besichtigung der Solaranlage ein. Christian Jessel und Horst Schulz stehen dabei als sachkundige Gesprächspartner zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die nicht alltägliche Möglichkeit, die Hagenower Altstadt aus einer Höhe von 30 Metern zu betrachten und diese Eindrücke auf Fotos festzuhalten. Nach einem Imbiss in der geheizten Winterkirche wird Orgelmusik durch Kantor Rüdiger Löwer den musikalischen Abschluss geben. Was heute für viele selbstverständlich ist, war vor zehn Jahren noch ein ungewöhnliches Vorhaben.
Doch der Kirchgemeinderat war sich einig; nach dem Ersatz der schadhaften und schädlichen Asbestzementschindeln durch Naturschiefer sollte die große, der Sonne zugewandte Dachfläche für die Errichtung einer Photovoltaik- Anlage genutzt werden. Elektrische Energie ohne jede schädliche Emission aus dem kostenfrei gelieferten Sonnenlicht zu gewinnen und sicher zu sein, dass sich die dazu notwendigen finanziellen Belastungen der Kirchgemeinde nach wenigen Jahren in Gewinn verwandeln, war ein überzeugendes Argument. Alle standen hinter dem Projekt, auch die Stadt Hagenow und die Stadtvertreter befürworteten es. Gemeinsam wurden die Bedenken überwunden, die bezüglich des Denkmalschutzes und bei kirchlichen Behörden anfangs bestanden.
Bis heute ist die Anlage eine der größten deutschlandweit, die sich auf dem Dach einer denkmalgeschützten Kirche befindet. Das vor zehn Jahren durch die Kirchgemeinde investierte Geld ist inzwischen durch den Verkauf des Stromes zurückgeflossen, so dass heute die jährlichen Einnahmen für die Erhaltung des Kirchengebäudes, für die kirchgemeindliche Arbeit und ökologische Projekte der Kirchgemeinde eingesetzt werden können.
|