AN-GE-DACHT Mittelaltermarkt um die Stadtkirche-und was kommt dann ?

Vielleicht habe Sie es schon gehört. Dieses Jahr wird es zum Altstadt- und Schützenfest wieder einmal einen Mittelaltermarkt um die Stadtkirche geben. Die interessierten Gäste und Hagenower werden also nicht nur zwischen Lindenplatz und Rathausplatz in und her gehen, sondern hoffentlich auch in die Kirchenstraße Richtung Kirche abbiegen und das Angebot um die Kirche ansehen – Mittelalter in vielen Facetten.

Zur Kirche scheint das Mittelalter zu passen. Im Mittelalter, also von ca. 500-1.500 nach Christus spielte Kirche im täglichen Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Mit der Reformation und der folgenden Aufklärung veränderte sich vieles.

Das Mittelalter scheint zur Kirche zu passen. Für mehr und mehr enschen hat Kirche und christliche Religion an Normalität verloren. Kirche wirkt oft veraltet, ja mittelalterlich und manchmal ist sie es auch. Die Vorstellung vom Glauben an einen Gott, wirkt für viele Menschen wie eine mittelalterliche Einbildung.

Und letztlich ist es in der Tendenz im Moment noch so, dass mehr ältere und alte Menschen Mitglieder der Kirche sind als junge Menschen.

Also – passt Kirche und Mittelaltermarkt gut zusammen. Aber was ist, wenn der Markt abgebaut ist. Wenn der Alltag ab dem 25. Juni wieder einkehrt.

Ist unsere Stadtkirche dann fehl am Platz ? Müsste sie mit abgebaut werden, für den Mittelaltermarkt in einer anderen Stadt ?

(Ich weiß, dass unsere Stadtkirche ja gar nicht ins Mittelalter passt, denn sie ist dafür viel zu jung, gerade 140 Jahre alt. Aber vom Gefühl her ist sie eben für viele auch schon so alt.)

Wie geht es Ihnen liebe Gemeindeglieder, fühlen Sie sich auch mit Ihrer Mitgliedschaft in der Kirche wie im Mittelalter ? Oder würden Sie gegen diese Vorstellung protestieren und auf die modernen Entwicklungen verweisen, die wir auch in unserer Kirche haben ?

Wir sind doch nicht von „gestern“, auch wenn wir in einer langen Tradition stehen, diese bewahrend gestalten und Gebäude haben, die hundert Jahre und älter sind.

Wir sind Christen, die im Jahre 2018 leben. Wir wagen unseren Glauben angesichts der vielen Fragen in dieser Zeit; – Umgang mit Flüchtenden und dem Islam; Gerechtigkeit in der Welt und unserer Gesellschaft; Offenheit leben und Kritik üben an rassistischen und rechtsnationalen Tendenzen auch in der Mitte unserer Gesellschaft und vieles mehr.

Manchmal haben wir den Mut, das auch nach außen zeigen, wenn Arbeitskollegen etwas sagen oder in der Familie das Thema Kirche und Glauben aufkommt. Oft schweigen wir auch aus Unsicherheit und Ängstlichkeit.

Es wäre schön, wenn wir uns gegenseitig ermutigen und stärken könnten. Ob wir nun regelmäßige Kirchgänger sind oder nicht, ob wir eher Fragende als Wissende im Glauben sind, ob wir Alteingesessene oder Zugezogene sind.

Eine Gelegenheit dazu haben wir eine Woche nach dem Altstadt- und Schützenfest.

Am 30. Juni 2018 feiern wir unser Gemeindefest. Alle sind dazu eingeladen. Wir können der Stadt und den Neugierigen zeigen, ob es wieder nur ein „Mittelaltermarkt“ wird oder ein Gemeindefest einer lebendigen Gemeinde des Jahres 2018.

Lassen Sie sich einladen, lassen Sie sich stärken und ermutigen. Feiern Sie und bringen Sie Freunde und Bekannte mit.

„Lasst und aus Gottes Quellen Lebenskraft erhalten !“

Thomas Robatzek

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